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Autofahren neu erleben

 

Schwerin, 06.07.2010

 

Als begeisterter Autofahrer und überzeugter Selbstfahrer auch als Minister ist das Fahren für mich selbstverständlich. Alles andere wäre auch schwierig für jemanden, der mit mir auf dem Beifahrersitz hinter dem Lenkrad sitzt, denn ich bin ein sehr ungeduldiger Beifahrer.

 

Über die Einladung zum Aktionstag in Peenemünde habe ich mich sehr gefreut. Auch, weil diese wirklich tolle Aktion das Selbstverständliche am Autofahren in Frage stellt. Sowohl Blinde und Sehschwache als auch Sehende machen neue Erfahrungen. Obwohl mir das Ganze – ehrlich gesagt – auch ein bisschen unheimlich war. Fahren ohne Augenlicht? Als Mitfahrer bei einem sehbehinderten Menschen im Auto sitzen?

 

Mit Ina Löschke vor mir hinter dem Lenkrad verflog dieses Gefühl aber schnell. Besonders, als ich sah, wie sie sich freute, einmal aufs Gaspedal treten zu dürfen. Ihre Freude kann ich gut nachempfinden. Die Strecke ist frei, Ina Löschke hatte das Gaspedal schnell gefunden und los ging es. Und es klappte erstaunlich gut: Nur in den Kurven musste der Fahrlehrer manchmal helfen. Nach der Fahrt bin ich auch ein bisschen stolz auf Ina Löschke, weil sie gut und sicher gefahren ist.

 

Danach war ich dran: Ich bekam eine undurchsichtige Augenbrille und setzte mich hinters Lenkrad. Nach dem Schaltknüppel greifen oder den Blinker zu setzen ohne etwas zu sehen, war ungewohnt. Besonders ungewohnt: Auf das Gaspedal zu treten, wenn man absolut nicht sieht, was vor einem liegt. Das Lenken ohne Augenlicht ist nahezu unmöglich, weil man Kurven nicht abschätzen kann, die man nicht sieht.

 

Geschafft. Ich kann nur jedem die Teilnahme an der Aktion empfehlen, egal ob Sehbehindert oder nicht.

 

Ein bisschen erleichtert war ich übrigens doch, als ich wieder ohne Augenbrille hinter dem Steuer meines Dienstwagens saß…

 

Volker Schlotmann

( Verkehrsminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern bis 2013)

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