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Ostsee Zeitung vom 05.07.2010

Einfach traumhaft

 

„Und das mir — ich bin doch so ein schlechter Beifahrer.“ Volker Schlotmann atmet tief durch — hätte er sich doch bloß selbst ans Steuer des roten VW Golf gesetzt! Viel Zeit zum Nachdenken bleibt dem Verkehrsminister allerdings nicht. Ging es eben noch mit gemütlichen 30 km/h über den Rundkurs auf dem Peenemünder Flugplatz, tritt „Chauffeurin“ Ina Löschke plötzlich voll aufs Gaspedal — Schlotmann wird tief in seinen Sitz gepresst.

Das Besondere daran: Ina Löschke ist von Geburt an hochgradig sehbehindert. Dass die 41-jährige dennoch ein Auto lenkt, ist durch den 8. Aktionstag „Mehr Akzeptanz gegenüber Sehbehinderten und Blinden im Straßenverkehr“ möglich, dessen Initiatorin Ina Löschke gemeinsam mit Ehemann Dirk ist.

Insgesamt 88 Teilnehmer haben sich am Samstag zu dieser eindruckvollen Veranstaltung auf dem Flugplatz eingefunden. „Einmal ein Auto selbst fahren — das ist für viele hier ein wahr gewordener Traum“, freut sich Landrätin Barbara Syrbe.

Maßgeblichen Anteil daran haben auch 20 Fahrschulen aus der Region, die „freiwillig und unbürokratisch“ ihre Fahrzeuge zur Verfügung gestellt haben“, so Annette Wachs, zweite Vorsitzende des Peenemünder Motorsport- und Verkehrsschulungsvereins (PMV).

Einer von ihnen ist Lothar Nowak von der gleichnamigen Fahrschule aus Anklam, der neben Ina Löschke umsichtig und ruhig agiert und Fahrerin samt Insassen sicher über den Parcours lenkt. Da kann auch ein plötzlich auf die Strecke watschelnder Schwan keinen Schaden anrichten. „Dann fahren wir eben einfach drumherum“, sagt Löschke und lacht.

Nach zwei Runden hat es der „schlechte Beifahrer“ überstanden: Jetzt darf Schlotmann selbst ran — allerdings unter erschwerten Bedingungen. Mit einer schwarzen Schlafmaske ausgestattet, begibt auch er sich unter Anleitung von Lothar Nowak auf die Strecke. Einige Minuten später zeigt sich Schlotmann beeindruckt. „Ich habe ein ganz schön beklemmendes Gefühl in der Brust“, gibt er beim Aussteigen zu.

Übrigens: Der Minister verpasste beinahe den Start des Aktionstages. Grund: „Wir standen eine Ewigkeit vor Wolgast im Stau — ab Lühmannsdorf ging es nur im Schritttempo voran.“ Klare Erkenntnis: „Die Ortsumgehung Wolgast muss kommen — und zwar so schnell wie möglich.“

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