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Ostsee Zeitung vom 29.06.2009

Initiative für mehr Akzeptanz von Sehbehinderten

 

Am Sonnabendnachmittag hatte man auf dem Peenemünder Flugplatz schnell den Eindruck, in einer großen Familie zu sein. Doch so weit hergeholt ist dieser Vergleich gar nicht, denn diejenigen, die hier dabei waren, kennen sich gut, zumal viele von ihnen ein Schicksal teilen: Sie sind blind oder stark sehbehindert.
Für sie haben vor sieben Jahren zwei Ehepaare eine Veranstaltung aus der Taufe gehoben, die ein Ziel hat: mehr Akzeptanz gegenüber Blinden und Sehbehinderten im Straßenverkehr zu wecken, ihnen zugleich die Möglichkeit zu geben, selbst einmal einen Pkw zu lenken oder auf dem Soziussitz eines Motorrades eine Fahrt mitzuerleben. Ina und Dirk Löschke aus Wolgast, fanden mit ihrer Idee im Vorsitzenden des Peenemünder Motorsportvereins, Jürgen Quandt (†) und seiner Frau Sabine, leitende Mitarbeiterin in der Straßenverkehrsbehörde des Landkreises, Verbündete.
Wenn am Wochenende 140 Teilnehmer gezählt wurden, dann ist nicht allein diese Zahl beeindruckend. Auch dass sie teilweise von weit her gekommen waren, spricht für die Bekanntheit des Treffens. So waren acht Mitglieder des Blinden- und Sehschwachenverbandes aus Swinemünde erstmals mit von der Partie, sogar aus Frankfurt am Main hatte es Interessenten hierher gezogen. Schon seit Jahren folgen auch Frauen und Männer aus Thüringen und Sachsen-Anhalt der Einladung nach Peenemünde. Doch für sie bedeutete das bisher eine längere Bahnfahrt, zudem mussten sie sich auf Usedom Quartiere besorgen. Jetzt haben sich im Allgemeinen Deutschen Motorsportverband (ADMV), dem auch der Peenemünder Verein angehört, und im Triptiser Busunternehmen Schumann Sponsoren gefunden, die am Sonnabend 25 Fahrgäste aus Erfurt, Wittenberg, Halle und Coswig bequem per Bus auf die Insel Usedom und zurück brachten.
Quer durch unser Bundesland, von seinem Heimatort Zarrentin aus, ist Wilfried Mudra mit seiner Honda „Goldwing 1800“ gefahren, um in Peenemünde zum ersten Mal dabei zu sein. Der 56-Jährige ist Mitglied der „ Blue Knights “, eines Clubs Motorrad fahrender Polizisten. Mudras erste Runden auf dem Betonparcours in Peenemünde erlebte die Pasewalkerin Annette Berndt als Sozia mit. Sie war zum zweiten Mal in Peenemünde dabei. Derweil konnte der 24-jährige Wolgaster Jakob Lukesch recht entspannt den Pkw in Gang setzen, auf dessen Fahrersitz er Platz genommen hatte. Wusste er doch mit Kirsten Wieck von der Zinnowitzer Fahrschule Müller eine erfahrene Fachfrau an seiner Seite. „Aufgeregt bin ich schon deshalb nicht, weil das nicht meine erste derartige Fahrt ist“, sagte er.
Die „ Blue Knights “, die Männer mit den blauen Westen, gehören schon seit Jahren zu denen, die regelmäßig diesen Tag auf Usedom mitgestalten, ebenso wie die Fahrschulen aus Ostvorpommern und Greifswald und zahlreiche andere Helfer und Sponsoren. Mit von der Partie ist traditionell die Landespolizei, die diesmal nicht nur ihr Schweriner Orchester, sondern auch ihre Sympathiefigur, die Möwe Klara, mitgebracht hatte.

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